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Bahnhof Montzen


Angebundene Strecken:

L 24: Aachen - Visé - Tongeren

L 38: Chênée - Plombières

L 39: Welkenraedt - Plombières - Gemmenich


Beschreibung:

Der Bau des Güterbahnhofes Montzen geht zurück auf den Bau der Eisenbahnstrecke von Aachen West nach Visé, die zu Zeiten des ersten Weltkrieges entstand. Eröffnet wurde der Bahnhof Montzen am 28.02.1917, knapp zwei Wochen nach der offiziellen Inbetriebnahme der Strecke am 16.02.1917.

Mit dem Bau des Bahnhofes wurde zeitgleich eine Verbindung zum Abzweig Birken geschaffen, über den ein Anschluss an die bereits bestehende Strecke von Welkenraedt nach Gemmenich geschaffen wurde. Diese Strecke verläßt den Bahnhof Montzen am östlichen Bahnhofskopf.

Bereits im Jahr 1919 mußte der Bahnhof Montzen erweitert werden. Grund für die Erweiterung des Bahnhofes waren die dort eingeführten Reparationsleistungen, die Deutschland nach dem verlorenen ersten Weltkrieg über den Bahnhof abwickelte. Seid dem Ende des ersten Weltkrieg befand sich der Bahnhof Montzen nun auf belgischem Hoheitsgebiet.

Ebenfalls im Jahr 1919 entstand von Montzen aus eine Verbindung in Richtung Hombourg/Chênée. Für diese Verbindung wurde am westlichen Bahnhofskopf, kurz vor dem Gulptunnel, ein Abzweig eingerichtet. Obwohl dies eigentlich eine eigene Betriebsstelle ist, zähle ich diese aufgrund der heutigen Gegebenheiten zum Bereich des Bahnhofes Montzen. Nachdem die Strecke in Richtung Chênée bereits aufgegeben und 1992 demontiert wurde, wurde auf private Initiative die Strecke bis zum Bahnhof Hombourg wieder aufgebaut. Der heutige Besitzer des Bahnhofes plante die Einführung touristischer Fahrten und war auf den Anschluss an öffentliche Strecken angewiesen.

Obwohl die Strecke von Aachen West nach Visé zunächst nur als reine Güterverkehrsstrecke vorgesehen und spekulativ mit dem Gedanken an eine Fernverkehrsstrecke für den Personenverkehr gedacht wurde, kam es ab dem Jahr 1919 zu regionalem Personenverkehr auf der Strecke.

Schwere Beschädigungen trug der Bahnhof am 27.04.1944 davon, als er bei Luftangriffen getroffen wurde. Der Verkehr in Richtung Deutschland war für lange Zeit blockiert, da auch das Geultalviadukt im gleichen Jahr gesprengt wurde. Erst im Jahr 1948 konnte der Verkehr über das Viadukt in Richtung Deutschland wieder aufgenommen werden.

Nachdem der Personenverkehr auf der Strecke nach Plombières bereits zum 18.05.1952 bis zum Abzweig Hombourg beschränkt war, wurde der verbliebene Personenverkehr in Richtung Welkenraedt/Gemmenich und in Richtung Glons zum 02.06.1957 aufgegeben. Seit diesem Tag ist der Bahnhof Montzen ohne regulären Personenverkehr. Eine Ausnahme davon bildeten Personalverkehre, die zwischen Montzen und Welkenraedt verkehrten. Ebenso kam und kommt es noch zu gelegentlichen Fahrten im Personenverkehr, wenn die Strecke von Aachen in Richtung Lüttich gesperrt ist. Bei diesen Fahrten dient der Bahnhof Montzen jedoch nur als Durchgangsstation ohne Halt.

Ebenfalls zum 18.05.1952 wurde der Güterverkehr vom Bahnhof Montzen zum Bahnhof Plombières eingestellt, der Güterverkehr in Richtung Aubel zum 31.08.1962. Die letzte Einstellung im Güterverkehr traf die Strecke in Richtung Welkenraedt, die ihren Güterverkehr im Jahr 1988 einstellen mußte. Der Anschluss in Richtung Welkenraedt ist heute noch erhalten und dient für Dienstfahrten, sowie gelegentlichen Umleitungen der Strecke Aachen-Lüttich.

Mit der Zeit entwickelte sich der Bahnhof Montzen zu einem ausgesprochen großen Güterbahnhof mit einer Gesamtlänge von mehr als 3 km. Einen nicht zu geringen Anteil an seiner Größe trug wohl seine Eigenschaft als Grenzbahnhof in Richtung Deutschland bei. Die Zollhallen des Bahnhofes befanden sich nördlich des Streckengleises der L 24 und sind heute dem Verfall unterworfen, nachdem die Erleichterungen im internationalen Güterverkehr die Zollkontrollen in der bisherigen Form überflüssig machten.

In den letzten Jahren wurde der Bahnhof Montzen stetig verkleinert, nachdem er seine Funktion als Zugbildungsbahnhof verloren hat. Jedoch sind auch heute noch Gleisanlagen in einer großen Dimension erhalten. Einige der Gleise werden zum Abstellen nicht mehr benötigter Lokomotiven genutzt. So sind zur Zeit (Ende 2007) Lokomotiven der Baureihe 51 abgestellt.

Auffälligstes Merkmal des Bahnhofes ist wohl das große Hauptstellwerk, dass mehr an einen Flughafentower erinnert, denn an ein Stellwerk der Eisenbahn. Mit diesem großen Bauwerk ist dem Personal der Überblick über den gesamten Bahnhofsbereich sicher.

Das Montzener Stellwerk am 18.07.2005

Auf belgischer Seite wurde die Strecke nach Visé und mit ihr weite Teile des Bahnhofes Montzen im Jahr 1984 elektrifiziert. Seit dieser Zeit wird eine Vielzahl der von belgischer Seite eingesetzten Güterzüge bis zum Bahnhof Montzen mit Elektrolokomotiven bespannt. Wegen der fehlenden Fahrleitung zwischen dem Bahnhof Montzen und dem deutschen Bahnnetz ist derzeit noch ein umspannen auf Diesellokomotiven nötig. Für Dezember 2008 ist die durchgängige Elektrifizierung zwischen Deutschland und dem Bahnhof Montzen vorgesehen, so dass ein Umspannen der Lokomotiven je nach eingesetztem Lokomotivmaterial nicht mehr erforderlich ist.

Ehem. Block 16 am frisch elektrifizieren Ostkopf von Montzen am 18.07.2008.

Die Ausfädelung der L 24 kurz nach der Elektrifizierung am 18.07.2008.

Die eigentliche Bedeutung des Güterbahnhofes Montzen liegt heute im Übergabeverkehr nach Deutschland. Wie bereits erwähnt, erhält ein großer Teil der durch Montzen verlaufenden Züge im Bahnhof andere Lokomotiven als Vorspann. Die deutschen Lokomotiven der Baureihe 241.8 sind nur für die Fahrt bis zum Bahnhof Montzen zugelassen, die Baureihe 225 fährt einige längere Umläufe in Belgien, so dass die 225er nicht unbedingt ausgetauscht werden müssen. Auf belgischer Seite sind die Lokomotiven der Baureihen 55 und 77/78 für eine Durchfahrt bis Aachen-West zugelassen. Auf belgischer Seite gelangen Elektrolokomotiven der Baureihen 20, 23, 25 und 26 bis nach Montzen.

Block 14 am westlichen Bahnhofskopf Montzens am 16.08.2008.

Lokparade am westlichen Bahnhofskopf in Montzen am 29.08.2008.

Die nördliche Begrenzung des Bahnhofes stellen heute die Streckengleise der Strecke 24 dar. Die nördlich gelegenen Rangiergleise dienten früher der Bedienung der Güterhallen, werden heute jedoch nicht mehr genutzt. Zuletzt wurde dieser Bereich während der Sanierung des Geultalviaduktes genutzt. Auf dem Gelände nördlich des Streckengleises wurde in den dortigen Hallen die Brückenkonstruktion für das Viadukt hergestellt. Nach Beendigung der Bauarbeiten am Viadukt wurde der Bahnhof für zwei Tage Haltepunkt für Pendelfahrten zwischen Montzen und Botzelaar. Am 02. und 03.10.2004 pendelten die Triebwagen 4403 des Stoomcentrum Maldegem und 4506 der PFT entlang der Strecke.

Die Nordseite des Montzener Bahnhofes am 19.04.2007:
Links steht abgestellt die PB 20 der DLC,
rechts erreicht 241 805 den Bahnhof mit dem CSQ 48588

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